Die Pinguinkolonie Kidney Cove (Falkland Inseln)

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Die Falklandinseln gehören weltweit zu den besten Gebieten, um verschiedene Pinguinarten zu fotografieren und beobachten. Die Inseln beherbergen mehrere große Pinguinkolonien. Eine der bekanntesten Kolonien befindet sich an der Lagune Kidney Cove. Hier kann man 4 Pinguin-Arten aus 4 Gattungen beobachten: Aus der Gattung der Langschwanzpinguine (Pygoscelis) findet man Esels- bzw. Rotschnabelpinguine (Gentoo penguins, Pygoscelis papua), aus der Gattung der Großpinguine (Aptenodytes) die majestätischen Königspinguine (King penguins, Aptenodytes patagonicus), aus der Gattung der Brillenpinguine (Spheniscus) die Magellan-Pinguine (Magellanic penguins, Spheniscus magellanicus) sowie aus der Gattung der Schopfpinguine (Eudyptes) die lustig anzuschauenden Felsen- bzw. Goldschopfpinguine (Rockhopper, Eudyptes chrysocome).


Von Stanley, der Hauptstadt der Falkland Inseln, ging es mit dem Boot zunächst nach Sparrow Cove und dann auf holprigen Pisten per Allradfahrzeug in nordöstliche Richtung. Man sollte sich zwingend an die Fahrtroute der Ortskundigen halten, da sich hier in der Umgebung noch Minenfelder aus dem Falklandkrieg befinden. Nach einer halben Stunde Fahrt durch die karge Graslandschaft sind wir durchgeschüttelt angekommen. Die Pinguinkolonie lag vor uns. Dicht an dicht hatten die Eselspinguine ihre Nester gebaut. Zwischen die Eselspinguine hatte sich auch ein Königspinguin gesellt. Es war gerade Brutzeit. Auf der Erde lagen Seile als Markierung, wie weit wir uns den Tieren nähern dürfen. Die Fluchtdistanz der normalerweise scheuen Vögel ist hier äußerst gering. Nur an wenigen Orten der Erde ist es möglich, sich den Tieren so zu nähern.



Ihren Namen verdanken die Eselspinguine dem eselsartigen Geschrei, das sie während der Paarungszeit ausstoßen oder um vor Eierdieben zu warnen. Insbesondere der Braune Skua (auch Falkland-Skua oder Subantarktikskua, Stercorarius antarcticus) hat es auf die Eier und Küken abgesehen.


Vom Meer hinauf kamen immer mehr Pinguine heraufgestolpert, um ihre hungrigen Jungen mit Futter zu versorgen. Eselspinguine legen 2 Eier, aus denen nach einem bis eineinhalb Monaten die Küken schlüpfen. Die Eltern füttern die Jungen täglich, wobei die Küken den Eltern das Futter abjagen. Das stärkere der beiden Geschwister findet dabei mehr Beachtung und gewinnt so meist auch den Kampf ums Überleben.

Sowohl während meines Aufenthalts auf den Falkland-Inseln als auch in der Antarktis sah ich häufig Eselpinguine mit hoher Geschwindigkeit unser Boot begleiten. Ihre Schwimmtechnik glich die der Delphine: Die Pinguine sprangen mit hoher Geschwindigkeit aus dem Wasser, um kurz darauf wieder einzutauchen. Nach einigen Metern Schwimmstrecke unter Wasser setzten sie erneut zum Sprung an. Diese Schwimmtechnik ermöglicht den Tieren das Luftholen ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Luft, die sich am Federkleid festsetzt, den Wärmeverlust im Wasser minimiert. Eselspinguine gelten als die schnellsten Schwimmer unter den Pinguinen und den Vögeln überhaupt. Sie sollen Geschwindigkeiten über 30 km/h erreichen. In Küstennähe paddeln die Pinguine dagegen wie Enten mit ihren Füßen.

Neben herrlichen Naturerlebnissen bieten die Falkland-Inseln aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage im Südatlantik ein besonderes Gefühl der Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit.

Text und Fotos: Roger Blum

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